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Betroffenheitsanalyse und Leitungshomogenisierung

Von ungenauen Daten zu präzisen Lösungen

Leitungen für die Energieversorgung und Telekommunikation sind Teil der kritischen Infrastruktur. Unternehmen, die solche Leitungsnetze unterhalten, sind daher verpflichtet, die Lage dieser Leitungen zu dokumentieren und bei Bedarf, z.B. bei geplanten Baumaßnahmen, Auskunft darüber zu erteilen. Diese Dokumentation erfolgt im Allgemeinen in Geo-Informationssystemen (GIS) wie z.B. Smallworld GIS oder ArcGIS.

Hand hält Geldschein mit fallendem Pfeil – Symbol für finanzielle Verluste oder Entschädigungen

Doch ein großer Teil der Leitungen ist nicht hinreichend lagerichtig dokumentiert

Allein in Deutschland entstehen jährlich Leitungsschäden, die Entschädigungsforderungen durch ihre Betreiber in Höhe von 500 Mio. € nach sich ziehen. Die Dunkelziffer nicht gemeldeter Beschädigungen wird auf 1,5 bis 2 Milliarden € jährlich geschätzt.

Quelle: Verband sicherer Tiefbau

Darstellung von Datenfehlern in GIS-Systemen mit Karte und Warnhinweis

Leitungsschäden können durch Lagekorreturen vermieden werden

Die Ursachen für diese nicht lagerichtige Dokumentation ist in der Entstehungsgeschichte der Geo-Informationssysteme zu suchen. Ursprünglich wurden die Leitungen in analogen Planwerken dokumentiert. Mit dem Aufkommen von GIS wurden diese Pläne sukzessive digitalisiert und in GIS übernommen. Durch die Einführung von GIS wurde zwar der Zugriff auf die Daten wesentlich effizienter, doch Lagegenauigkeit und Kartierfehler blieben die gleichen wie in den analogen Plänen.

In den Jahren seit Einführung von GIS wurden die darin verwalteten Daten durch die Leitungsbetreiber anlassbezogen in begrenzten Bereichen aktualisiert und laufend gehalten. Die geometrische Qualität der derzeitigen GIS-Daten ist daher mitunter sehr heterogen.

Geo-Datenstrukturen und die Bedeutung von ALKIS für präzise Leitungsdokumentation

gebaeude

Geo-Basisdaten

Grenzen, Gebäude

pfeil
ALKIS

ALKIS

Das amtliche Liegenschaftsinformationssystem

pfeil
vermessungsamt

Landesvermessungsverwaltungen

Katasterämter

leitung

Geo-Fachdaten

Leitungen

Die in den GIS verwalteten geometrischen Daten lassen sich in zwei Hauptgruppen unterteilen: Geo-Basisdaten (Grenzen, Gebäude) und Geo-Fachdaten (Leitungen). Für die Geo-Basisdaten existiert eine weitere wichtige Datenquelle: Das Amtliche Liegenschaftsinformationssystem (ALKIS). Dieses wird von den jeweiligen Landesvermessungsverwaltungen unterhalten.

EVU vs. ALKIS

Geometrieunterschiede EVU vs. ALKIS um mehrere Meter. Die Leitungen befinden sich nicht im Straßenland.

Leitungen

Grenzen EVU

Grenzen ALKIS

Gebäude EVU

Gebäude ALKIS

EVU-ALKIS

ALKIS Open Data ab dem 09.06.2024

Mit Ausnahme von Bayern werden die ALKIS-Daten kostenfrei zur Verfügung gestellt. Für die Leitungsbetreiber ist es daher aus wirtschaftlichen und aus Gründen der Datenqualität nicht sinnvoll, weiterhin eigene Geo-Basisdaten zu pflegen.

Herausforderungen beim Austausch von Geo-Basisdaten und der Erhalt relativer Lagebeziehungen

Eine naive Lösung wäre die, die Geo-Basisdaten des Leitungsbetreibers einfach gegen jene aus ALKIS auszutauschen. Jedoch sind die relative Lage der Geo-Fachdaten in Bezug auf die Geo-Basisdaten richtig und daher zu bewahren. Bei einem einfachen Austausch der Geo-Basisdaten würden z. B. Hausanschlüsse „abreißen“, d.h. diese würden vielleicht nicht mehr an einem Haus enden, sondern in der Luft hängen.

lagebeziehungen

Die komplexe Homogenisierung von Geo-Daten: Mathematische Lösungen für präzise Anpassungen

Aus diesem Grund müssen bei einem Austausch der Geo-Basisdaten die Geo-Fachdaten „hinterhergezogen“ werden. Dieses „Hinterherziehen“ bezeichnet man üblicherweise als „Homogenisierung“. Was aber auf den ersten Blick einfach anmutet, ist in der Realität ein äußerst komplexes mathematisches Problem. Die mathematischen Werkzeuge zu dessen Lösung sind die mathematische Statistik und die geodätische Ausgleichungsrechnung.

Leistungshomogenisierung

Ein mögliches Beispiel für das Ergebnis der Leitungshomogenisierung

Betroffenheitsanalyse ist die Vorstufe einer Leitungshomogenisierung

Symbolbild einer Kartenanalyse: Monitor mit Kartenausschnitt und Lupe zur Darstellung von Geodatenprüfung

Betroffenheitsanalyse

Die Betroffenheitsanalyse zeigt auf, in welchen Bereichen Differenzen zwischen den Geo-Basisdaten des Leitungsbetreibers und denen des ALKIS bestehen und wie groß diese sind. Sie dient der Aufwandsabschätzung für eine nachfolgende Homogenisierung.

adjustment

Leitungshomogenisierung

Automatisierte (aber auch manuelle) Lagekorrekturen der Fachdaten (Strom, Gas, Wasser, Fernwärme, Telko, LWL, Kanal) in der Regel auf den Referenzbestand ALKIS unter Einhaltung der geforderten Bedingungen wie Rechtwinkligkeit, Geradlinigkeit, etc.

Warum homogenisieren?

hand-one

Leitungsauskunft

Geometrisch zuverlässige

hand-two

Erfassung und Laufendhaltung der Geo-Basisdaten auslagern

ALKIS

hand-three

Die absolute Lagerichtigkeit

(nicht die relative) ist Voraussetzung für den Einsatz von GNSS

Symbolbild für Proof of Concept: Dokument mit Häkchen, Glühbirne und Kreispfeil für Ideenprüfung und Umsetzung

Proof of Concepts

Durch ALKIS Open Data können die Daten nun so kostengünstig wie nie aufgewertet werden. Um sich selbst von der Qualität der Homogenisierung zu überzeugen, empfehlen wir die Durchführung eines Proof of Concepts, wobei kostengünstig in einem repräsentativen Teilgebiet homogenisiert wird. Für eine genaue Kostenabschätzung empfehlen wir die Durchführung einer Betroffenheitsanalyse des gesamten Gebiets.

Das Zusammenspiel der Firmen und der eingesetzten Software

Logo_CISSTDI

CISS TDI

  • CITRA zum Export der Koordinaten aus GIS 
  • CITRA zum Austausch der umgerechneten Koordinaten in GIS (Homogenisierung)
  • Optional: CITRA zur Aufbereitung der Referenzdaten ALKIS
ESN EnergieSystemeNord GmbH

ESN Energie Systeme Nord

  • Erfahrung mit Homogenisierung

  • Manuelle Nachbearbeitung

  • QS

  • Pflege auch nach erfolgter Homogenisierung

technet-logo

technet

  • SYSTRA-System: Ausgleichung, Analysekreislauf, Homogenisierung

  • Sysmatch zum Verknüpfen der Grundkarten alt/neu, Schnüffeln von geometrischen Bedingungen:

    • Geradlinigkeit, Rechtwinkligkeit, Parallelität (ohne/mit Abstand), Punktidentitäten, z.B.

      • Hausanschluss bleibt auf Gebäudekante

      • Bemaßung reißt nicht ab

    • (Nach-) „Schnüffeln“ in nächster Iteration

  • Systra zur Ausgleichung und Analyse, Homogenisierung und Analyse 

  • Sysplan zur grafischen Bewertung der Analyseergebnisse und für interaktive Korrekturen

Webinare und unverbindliche Anfragen

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